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Der Spielespiegel – Brettspiele und Kartenspiele –
Ornament

Junta

Rezension von Tommy

Ornament
Verlag:  Pegasus Spiele   •   Art:  Brettspiel   •   Spieldauer:  2 bis 4 Stunden
Alter:  ab 14 Jahre   •   Jahrgang:  2007   •   Sprache:  Deutsch
Rezension © Der Spielespiegel

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Vorstellung

Wenn ein Spiel schon seit Jahren nicht mehr produziert wird und trotz seines Alters noch Traumpreise bei eBay & Co. erzielt, dann ist das ein erstes Zeichen auf einen Klassiker. Wenn dieses Spiel dann auch noch unter vielen Spielefans absoluten Kultstatus genießt und als nahezu perfekt ausbalanciert gilt, dann sollte man als Verlag sehr vorsichtig an eine Neuauflage herangehen. Vielleicht ist das der Grund, warum wir so lange darauf warten mussten, Junta wieder in den Regalen der Spielwarenhändler zu sehen. Und um es gleich zu sagen: Pegasus hat nur dezente Korrekturen durchgeführt und eine ausgezeichnete Arbeit gemacht. Die zwei bis sieben Spieler (je mehr desto lustiger, aber auch länger das Spiel) übernehmen die Rollen von Mitglieder einflussreicher Familien in einer Bananenrepublik. Natürlich ist das Ziel, Macht zu gewinnen, aber nur, um möglichst viel Geld auf das eigene Schweizer Nummernkonto zu transferieren. Am besten lässt sich dies offensichtlich als Präsident des Landes tun, denn dann kann man die schöne Entwicklungshilfe direkt auf das eigene Konto umleiten. Doch ganz so einfach ist das nicht, denn die anderen Spieler wollen ja auch ihren Anteil und nur einer kann Präsident sein. Dieser muss also die anderen mit Ämtern und Bestechungsgeldern milde stimmen, denn sonst kommt es schnell zu einem Putsch – der je nach Ausgang entweder in einem neuen Präsidenten endet oder in der Erschießung der Aufständischen. Ihr merkt schon, Junta ist ein satirisches und rabenschwarzes Spiel, das nicht umsonst ab 16 Jahren empfohlen wird. Das Spiel ist in zwei Teile unterteilt: einem Kartenspielteil und einem Taktikspiel. Diese beiden Ebenen sind geschickt miteinander verzahnt und ergeben so eine wahre Fülle von Handlungsmöglichkeiten – vor allem aber die Möglichkeit Bündnisse zu schließen, zu brechen und anderen in den Rücken zu fallen. Während eines Putsches beispielsweise, bei dem mit Pappcountern auf dem Spielplan ein Kampf ausgetragen wird, können die Spieler (fast) beliebig die Seiten wechseln. Wer das Ganze nur als Spiel sieht, der wird damit einen großen Spaß haben. Wer aber solche Spiele nicht gerne spielt, der sei vor Junta gewarnt. Keinesfalls sollte man das Spiel mit Spielern spielen, die schnell beleidigt oder eingeschnappt sind. Die Aufmachung des Spiels ist leider etwas durchwachsen. Auf der einen Seite der schöne aber überladene Spielplan und die wirklich gelungenen Illustrationen auf den Karten, auf der anderen Seite veraltet wirkende Pappcounter und eine Anleitung, an der die letzten zwanzig Jahre Erfahrung im Schreiben von Erklärungstexten spurlos vorbei gegangen sind. Die Pappcounter kann man noch als Retro und Hommage an die alte Version verstehen, die Anleitung leider nicht. Ich versuche mal, den Spielablauf zusammenzufassen – allerdings nur oberflächlich, denn die vollen Regeln sind dafür zu komplex. Zunächst wird von den Spielern ein Präsident gewählt. Dieser darf nun verdeckt acht Geldscheine vom Entwicklungshilfestapel ziehen. Da die Scheine jeweils einen Wert von 1.000 bis 3.000 Dollar haben, liegt der Etat also zwischen 8.000 und 24.000 Dollar. Der Präsident schlägt nun einen Haushalt vor, das heißt er verteilt Geld an die anderen Spieler. Sind diese mit der Verteilung einverstanden, so wechselt das versprochene Geld den Besitzer und das Spiel geht weiter. Ansonsten kann es zu einem Putsch kommen. Nun bestimmt jeder Spieler, wo sein Aufenthaltsort diese Runde sein soll. Das kann zum Beispiel im Nachtclub oder bei der Freundin sein, aber auch Zuhause, im Hauptquartier oder in der Bank. Nur in letzterer kann Geld auf das Schweizer Konto überwiesen werden, so dass jeder Spieler irgendwann einmal einen Besuch in der Bank machen muss. Es folgt die Attentatsrunde, in der jeder Spieler einen Mordanschlag auf einen anderen Spieler ausführen kann. Dazu muss man entsprechende Karten auf der Hand haben und den Aufenthaltsort des Opfers richtig raten. Schließlich folgt die Putschrunde, in der – sollte es zu einem Umsturzversuch kommen – Einheiten von den Spielern auf dem Spielplan bewegt werden, um vier wichtige Orte einzunehmen. Wer am Ende des Putsches die meisten dieser Orte besetzt hält gilt als Sieger. Dabei können die Spieler auch noch im letzten Moment die Seite wechseln und so für einen völlig unerwarteten Ausgang sorgen. Zudem ist es möglich, sich in eine der Botschaften zu flüchten, um dort vor eventuellen Erschießungen in Sicherheit zu sein. Gewinnt die Präsidentenseite, so wird der Anführer der Rebellen erschossen und das Leben in der Bananenrepublik geht seinen gewohnten Weg. Anderenfalls muss der Präsident sterben und es finden Neuwahlen statt. Da es in Junta um Geld geht, darf der Mörder eines anderen Spielers dessen Geld an sich nehmen – was besonders lukrativ ist, wenn dieser noch nicht in der Bank war. Andererseits muss man nun selber irgendwann in die Bank und ist dort leichtes Ziel für Attentate.

Wertung

Bewertung:  5 von 6 Punkten
Auszeichung:  Besonders gelungenes Spiel

Wer längere Diplomatiespiele mit einer Spur Taktik mag, der findet mit Junta eines der besten Exemplare auf dem Markt. Das Spiel ist so böse, dass man es sofort als Satire erkennt und anschließend ungestört seinen Spaß damit haben kann.


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