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Der Spielespiegel – Brettspiele und Kartenspiele –
Ornament

Android

Rezension von Tommy

Ornament
Verlag:  Fantasy Flight Games   •   Art:  Brettspiel   •   Spieldauer:  2 bis 3 Stunden
Alter:  ab 12 Jahre   •   Jahrgang:  2008   •   Sprache:  Englisch
Rezension © Der Spielespiegel

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Vorstellung

Die Welt hat sich verändert, das Verbrechen nicht. Das ist der Untertitel von Android, einer auf's Brett gezwungenen Detektivgeschichte in einer düsteren Zukunft. Die Spieler schlüpfen in die Rollen von Ermittlern, die einen Mordfall aufklären sollen. Das Szenario spielt in einer halbwegs nahen Zukunft in der fiktiven Stadt New Angeles. Das besondere an dieser Metropole ist, dass sie sich auf der Erde und dem Mond befindet - die Menschheit hat den nahen Himmelskörper nämlich inzwischen erschlossen und mit einer Art Fahrstuhl zugänglich gemacht.
Auf dem Spielplan ist im oberen Bereich der Mond und im unteren die Erde zu sehen, darauf verschiedene Örtlichkeiten von New Angeles. Beide Hälften werden von fünf Örtlichkeiten verbunden - dem Aufzug.
Jeder Spieler bekommt also eine Rolle zugewiesen und mit dieser einen Satz Karten. Zum einen sind dies helle und dunkle Schicksalskarten, zum anderen aber auch Sonderkarten und Karten, welche die Geschichte des Charakters erzählen. Das Besondere an Android ist nämlich, dass ganz stark versucht wird, eine stimmungsvolle Geschichte mit interessanten Charakteren aufzubauen. Jeder der Ermittler hat seine eigenen Wünsche und Ziele, aber auch Feinde und inneren Dämonen - und diese Komponenten haben immer wieder Einfluß auf die Spielmechanik, so dass Geschichte und Spiel ineinander verwoben werden.
Die hellen Schicksalskarten sind dazu gedacht, dem eigenen Charakter etwas Gutes zu tun, bzw. Vorteile für sich auszuspielen. Die dunklen Karten hingegen richten sich gegen den jeweiligen Charakter. Deshalb zieht man auch keine eigenen dunklen Karten auf die Hand, sondern darf diese von den anderen Spielern ziehen und gegen sie verwenden. Die Karten haben Kosten, die beim Ausspielen bezahlt werden müssen - der dahinter stehende Mechanismus sorgt dafür, dass man nur dann wirklich effektiv Karten ausspielen kann, wenn man stets abwechselnd dunkle und helle Karten spielt.
Zudem bekommt jeder Spieler ein "Fahrzeug", genauer gesagt eine Schablone, die angibt wie weit man mit einem Bewegungspunkt kommen kann. Diese Fahrzeuge sind den Flugobjekten aus Blade Runner oder 5th Element sehr ähnlich, können aber nicht die Distanz zwischen Erde und Mond überbrücken. Möchte man die Örtlichkeit wechseln - und das macht man häufig - so wird die Schablone angelegt und alle Orte in Reichweite der Schablone können angeflogen werden. Dabei haben die Charaktere unterschiedlich schnelle Gefährte - also verschieden lange Schablonen.
Kommen wir aber endlich zu dem Mordfall. Es gilt aus einer Gruppe an Verdächtigen (stets einer mehr als Spieler) den Täter ausfindig zu machen. Dabei ist Android aber kein Deduktionsspiel wie z.B. Cluedo. Es steht nämlich nicht von Anfang an fest, wer die Tat verübt hat. Die Spieler sammeln stattdessen im Spielverlauf Beweise, die sie auf die Verdächtigen legen dürfen. Dadurch kristallisiert sich am Ende heraus, wer der Täter ist. Damit das Ganze Sinn machen kann, benötigen die Spieler natürlich einen Anreiz - hier in Form von zwei Karten, die bei Spielbeginn ausgeteilt werden. Eine zeigt einen der Verdächtigen als Täter und die andere einen Verdächtigen als Unschuldigen. Wenn am Ende der "eigene" Täter tatsächlich das Verbrechen begangen hat - weil man ausreichend Beweise gegen ihn sammeln und auf ihn legen konnte - so bekommt man reichlich Siegpunkte. Deutlich weniger Siegpunkte bekommt man, wenn der eigene Unschuldige tatsächlich am Ende unschuldig ist.
Die Spieler reisen auf dem Spielplan von Ort zu Ort auf der Jagd nach Beweisen. Hat man einen Beweis gesammelt kann man mit ihm verschiedene Aktionen auslösen. Entweder man zieht blind einen Beweismarker mit (negativen oder positiven) Zahlenwerten und legt diesen dann verdeckt auf einen Verdächtigen. Negative Werte erhöhen die Unschuld, positive jedoch die Schuld der Person. Oder man widmet sich dem Verschwörungspuzzle.
Verschwörungspuzzle? Ja, die Welt von Android ist komplex. Und wie es sich für einen guten Mordfall gehört haben eventuell größere Organisationen ihre Finger mit im Spiel und das Ganze entpuppt sich als üble Konspiration. Im Verschwörungspuzzle können die Spieler versuchen, eine Verbindung zwischen dem Fall und einer (oder mehrerer) der Organisationen im Spiel zu knüpfen. Das bringt Sonderpunkte je nach Organisation für bestimmte zusätzliche Marken, die man ebenfalls auf dem Spielplan sammeln kann.
Auf den Örtlichkeiten liegen nämlich nicht nur Beweise, sondern auch andere nützliche Dinge, wie Durchsuchungsbefehle, Nebencharaktere oder Gefallen. Letztere sind so etwas wie die Spielwährung. Mit Gefallen kann man sich verschiedene Dinge erkaufen, sei es besonders erdrückende Beweismittel, falsch aussagende Zeugen oder einen Blick in die Karten anderer Spieler. Und Gefallen können am Ende des Spiels Extrapunkte wert sein, wenn man sich beim Verschwörungspuzzle geschickt angestellt hat.
Die ganze Komplexität der Spielwelt, der Möglichkeiten und der Spielmechanik soll hier gar nicht weiter erläutert werden, vor allem da die Regeln kostenlos direkt von der Seite von Fantasy Flight Games heruntergeladen werden können. Nur auf eine Sache möchte ich noch eingehen: die persönliche Geschichte der Ermittler. Nehmen wir zum Beispiel die psychisch begabte Klonfrau, Eigentum eines Konzerns, der ihre Reihe in Großproduktion herstellen möchte. Sie ist der Prototyp, eigentlich nur Besitz, aber dennoch zu Gefühlen fähig. Ein klassisches Thema. Eine der drei möglichen Geschichten für sie handelt von einem jungen Kunststudenten, für den sie Gefühle entwickelt. Dazu liegt vor dem Spieler eine Karte mit Informationen zu der Geschichte und zwei möglichen Pfaden wie sie sich entwickeln könnte - einem guten und einem schlechten. Der Spieler sollte nun versuchen, möglichst viele Counter für den positiven Weg zu sammeln, während die Mitspieler Counter für den schlechten Weg beisteuern können. Zu einem festgelegten Zeitpunkt wird nachgesehen, welcher Weg mehr Counter ansammeln konnte. Je nachdem wird die nächste Geschichtskarte aufgedeckt, wieder mit zwei möglichen Enden. Die Enden geben unterschiedlich viele Siegpunkte. So ist für unsere Klonin die erste Entscheidung, ob sie ihren Ursprung freiwillig erzählt oder ob der Student von anderen darauf gestoßen wird. Ganz am Ende steht entweder eine Liebesbeziehung oder Einsamkeit. Interessanterweise haben die verschiedenen Pfade der Geschichten auch direkten Einfluß auf die Spielmechanik, abseits der Siegpunkte.
Nach einer festen Anzahl an Runden endet das Spiel und alle Beweise auf den Verdächtigen werden aufgedeckt und ausgewertet. Der Täter wird so ermittelt und es beginnt die Endabrechnung der Siegpunkte - unter anderem aus den Täterkarten, den Extrapunkten der Verschwörung, der persönlichen Geschichte und noch einigem mehr. Es dauert einige Zeit, bis man erfasst, welche Aktionen Siegpunkte bringen und wie man diese maximieren kann. Am Ende gewinnt jedenfalls der Spieler mit den meisten Siegpunkten.
Die Aufmachung ist sehr gut gelungen, auch wenn man von der Fülle an unterschiedlichen Karten und Pappcountern erschlagen wird. Jedes Teil hat seinen Zweck und ist an sich sinnvoll, nur gibt es eben sehr viele verschiedene Teile. Auch die Anleitung, beinahe schon in Romanlänge, ist erstaunlich gut geschrieben und vermittelt die komplexen Zusammenhänge überzeugend. Die Grafik ist sicherlich Geschmackssache, doch kann die comichafte Illustration auch Leute überzeugen, die eher auf realistische Darstellungen stehen. Besonders lobenswert sind die vielen Texte in der Anleitung und auf den Karten, die nur der Stimmung und der Geschichte dienen.

Wertung

Bewertung:  4 von 6 Punkten

Das Spiel ist ein echtes Mammutprojekt - ich habe selten zuvor ein so komplexes Brettspiel gesehen, das so viele Sachen gleichzeitig sein möchte. Auf einer Ebene ist es nur ein Ablaufen von Punkten auf dem Spielplan, doch gleichzeitig ist es auch ein Bluffspiel, ein Taktikspiel und vor allem eins: eine interaktive Geschichte. Die Charaktere sind interessant angelegt und es macht durchaus Spaß, die Welt von Android zu erkunden und in ihr einzutauchen. Doch irgend wann - nach ein paar Partien - hat man die Welt erforscht, die Dinge wiederholen sich. Was dann bleibt ist ein zwar interessantes aber auch langatmiges Brettspiel mit hoher Komplexität. Es gibt bestimmt Leute, denen das Ausfeilen einer optimalen Strategie für die Endwertung ungeheuer Spaß macht und die dieses Spiel lieben werden. Grund genug dafür haben sie auch. Nur frage ich mich ob es die Zeit wirklich wert ist, Android zu spielen. Es gibt eben andere Spiele, die für mich den gleichen Spielspaß mit weniger Leerlauf und zeitlichem Aufwand bringen. Oder Spiele, die genauso lange dauern, aber mir mehr Spaß machen. Dennoch ist Android auf jeden Fall einen Blick wert!


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