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Der Spielespiegel – Brettspiele und Kartenspiele –
Ornament

World of Warcraft

Rezension von Tommy

Ornament
Verlag:  Fantasy Flight Games   •   Art:  Brettspiel   •   Spieldauer:  3 bis 6 Stunden
Alter:  ab 12 Jahren   •   Jahrgang:  2005   •   Sprache:  Englisch
Rezension © Der Spielespiegel

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Vorstellung

World of Warcraft hat das Genre der Computer-Onlinerollenspiele revolutioniert und dem Hersteller Blizzard eine Art Gelddruckmaschine beschert. Auch ich war längere Zeit in der Welt der Elfen, Zwerge, Orks und Tauren gefangen und beteiligte mich an Schlachten, sammelte Ruhm und mächtige Gegenstände und kämpfte gegen die böse Allianz (zumindest mit meinem Tauren, meine Gnomin kämpft natürlich gegen die böse Horde).

Fantasy Flight Games haben nach der sehr guten Umsetzung von Blizzards Strategiespiel Warcraft auf das Spielbrett offenbar genug Vertrauen sammeln können, um sich an die nicht ganz einfache Aufgabe machen zu dürfen nun World of Warcraft umzusetzen. Das Ergebnis ist ohne Frage eine hervorragende Konvertierung vom PC auf den Wohnzimmertisch. Die Frage ist eher, ob das auch wirklich notwendig war...

Hat man das Spiel erworben, so ist man erst einmal beeindruckt von der schieren Größe der Spieleschachtel. Sie ist so groß wie die von Twilight Imperium 3 und damit doppelt so breit wie die momentan üblichen quadratischen Schachteln - und höher als diese. Öffnet man den Schatz, so ergießt sich ein nicht enden wollender Strom an Spielmaterialien aus der Papschachtel: 1 sehr großer Spielplan, 136 verschiedenfarbige teils sehr große Plastikfiguren, 21 achtseitige Würfel, 468 vollfarbige Spielkarten, über 400 Pappcounter, diverse Spielhilfen und eine Spielanleitung. Glücklicherweise sind die Figuren nicht mehr in den Gussformen, sehen absolut phantastisch aus und alle Komponenten wirken sehr hochwertig und übernehmen die Optik der Computerspielvorlage.

Die Fraktionen Horde und Allianz kämpfen in dem Spiel und kein einzelner Spieler kann den Sieg davontragen. Statt dessen werden vier (bei zwei bis vier Spielern) bzw. sechs (bei fünf oder sechs Spielern) Charaktere gleichmäßig auf die Fraktionen verteilt und die Spieler einer Fraktion müssen gemeinsam für den Sieg kämpfen. Ziel ist es, nach spätestens 30 Spielrunden den finalen Endgegner (drei verschiedene stehen dazu zur Verfügung) zu töten. Gelingt dies nicht, so findet eine gewaltige Endschlacht zwischen den Fraktionen statt.

Um den Endgegner besiegen zu können wandern die Charaktere auf dem Spielplan von Region zu Region und erledigen Questen, um Erfahrungspunkte und Ausrüstungsgegenstände zu sammeln. Erfahrungspunkte benötigt man um seine Spielwerte zu verbessern und so besser kämpfen zu können. Wie das genau abläuft will ich versuchen Euch nun näher zu bringen:

Zentraler Teil des Spiels sind die sogenannten Questen, deren jede Seite fünf gleichzeitig aktiv haben kann. Auf diesen fünf Questkarten sind Monster abgebildet, die in bestimmte Regionen gestellt werden müssen. Unterschieden wird dabei in grüne und rote Monster, die man töten muss, um die Queste zu erfüllen, und blaue Monster, die keine Vorteile bringen, aber nach und nach die Karte zustellen und die Bewegung erschweren. Immer wenn eine Queste erfüllt wurde (also die grünen und roten Monster der Questkarte getötet wurden) erhälten die daran beteiligten Charaktere Gold, Erfahrungspunkte und eventuell Ausrüstungsgegenstände.

Anschließend wird eine neue Questkarte gezogen, womit neue Herausforderungen auf dem Plan erscheinen. Die Questkarten sind dabei in drei Schwierigkeitsstufen verfügbar und die Spieler dürfen sich entscheiden, welche Schwierigkeitsstufe sie als nächstes aufdecken möchten.

Das Spiel ist in 30 Fraktionsrunden unterteilt, in denen jeweils eine Fraktion pro Charakter zwei Aktionen ausführen kann. Jede Seite hat somit 15 Runden Zeit bis das Spiel automatisch endet. In einer Fraktionsrunde können die Spieler dieser Seite frei entscheiden in welcher Reihenfolge die Aktionen ausgeführt werden sollen, was eine hohe Flexibilität mit sich bringt.

Vor jeder Fraktionsrunde wird der Rundenzähler ein Feld weiter bewegt. Auf einigen dieser Felder sind Ereigniskarten abgebildet (dann wird sofort eine Ereigniskarte gezogen und ausgeführt, was zum Beispiel Regeländerungen mit sich bringt), auf anderen Ausrüstungssymbole (wodurch eine entsprechende Ausrüstungskarte gezogen und in den sogenannten Händlerstapel gelegt wird, aus dem Charaktere Ausrüstung kaufen dürfen).

Die fünf zur Verfügung stehenden Aktionen sind:
Move Action: Der Charakter darf sich maximal zwei Regionen weit bewegen. Durch auf der Karte verteilte Flugrouten können aber auch größere Distanzen schnell zurückgelegt werden.
Challenge Action: Der Charakter greift eine Gruppe von Monstern an. Eine Gruppe sind entweder gleichfarbige blaue oder alle zu einer Queste gehörenden roten und grünen Figuren. Er kann Charaktere seiner Fraktion in der gleichen Region zum Kampf einladen, die dann jeweils ebenfalls eine Challenge Action ausführen müssen.
Training Action: Der Charakter darf sich von seinem Gold neue Kräfte kaufen. Rest Action: Der Charakter Energie und Lebensenergie heilen.
Town Action: Diese Aktion ist nur möglich, wenn der Charakter in einer Stadt steht. Er darf nun ebenfalls Energie und Lebensenergie heilen (allerdings etwas weniger als durch eine Rest Action), neue Kräfte kaufen und zusätzlich Waren auf dem Händlerstapel ziehen.

Wie man sieht ist das Bekämpfen von Monstern und das Verbessern der Charakterwerte Hauptbestandteil des Spiels, weshalb wir darauf näher eingehen wollen. Das Verwalten des Charakters ist extrem gelungen, da man zu jeder Zeit die Übersicht behält, welche Fertigkeiten man hat und welche Verbesserungen sich lohnen würden. Das ging nicht nur erfahrenen World of Warcraft-Spielern so, sondern auch Leuten, die mit dem Computerspiel nie in Berührung gekommen waren. Vor jedem Spieler liegt ein Charakterblatt, auf dem die wesentlichen Werte wie Lebensenergie, Energie, Gold und die Anfangskräfte abgebildet sind. Jedem Charakter stehen zusätzlich 24 weitere Fertigkeiten zur Verfügung, die auf Spielkarten abgebildet sind. Sie werden in Talente (diese kann man nur dann bekommen, wenn man eine Stufe aufsteigt weil man ausreichend Erfahrungspunkte gesammelt hat - da es maximal bis Stufe fünf geht kann man auch nur vier Talente pro Charakter haben) und Kräfte (die man mit Gold kaufen kann) unterschieden. Bekommt man eine neue Fertigkeit, so wird die Karte einfach auf eine entsprechende Stelle des Charakterblatts gelegt. Ebenso funktioniert es mit Ausrüstungsgegenständen, die ebenfalls als Karten vorliegen. Durch ein einfaches System weiß man nicht nur schnell, ob man die Fertigkeit anwenden, bzw. die Ausrüstung benutzen darf, sondern auch was genau sie bringt. Durch das Aufsteigen in höhere Stufen erhält der Charakter mehr Lebensenergie und mehr Energie (die für das Wirken der Kräfte verwendet wird).

Wem das alles nichts sagt, der ist wahrscheinlich kein Rollenspieler. Dann wird es aber schwer, die Prinzipien in dieser kurzen Rezension zu vermitteln. Ich empfehle in diesem Fall einfach auf der Homepage www.fantasyflightgames.com vorbeizuschauen und dort die Regeln herunterzuladen. Diese sind nämlich vollständig online verfügbar.

Das Kampfsystem ist wirklich interessant: grundsätzlich existieren drei verschiedene Würfelfarben. Rot sind Nahkampfwürfel, Blau sind Fernkampf- und Magiewürfel und Grün sind Verteidigungswürfel. Der Charakter sucht zunächst alle Würfel zusammen, die ihm in diesem Kampf zur Verfügung stehen. Nun werden sie alle gemeinsam gewürfelt und mit einem Schwierigkeitswert verglichen, der vom bekämpften Monster abhängig ist.

Beispielweise könnte es sein, dass alle Würfel mit einer 6 oder höher als Erfolg gewertet werden. Nun kommt für jeden erfolgreichen blauen Würfel ein Treffercounter in einen mit "Damage" beschrifteten Bereich des Spielbretts. Für jeden erfolgreichen roten Würfel wandert ein Treffercounter in den Bereich "Defense". Und für jeden erolgreichen grünen Würfel wandert ein Schildcounter in den Bereich "Defense".

Bevor die Counter aber gelegt werden findet noch eine "Reroll"-Phase statt, in der man dank bestimmten Fertigkeiten einzelne Würfel nochmal würfeln darf, um vielleicht im zweiten Anlauf einen Erfolg zu erzielen. Andere Fertgkeiten erlauben es zum Beispiel einen Würfel automatisch in einen Erfolg zu verwandeln. Nun wird das Ergebnis des Kampfes ausgewertet.

Zunächst vergleicht man die Lebensenergie des Monsters mit den Treffern unter "Damage". Sollte mehr Schaden dort liegen als ein Monster Trefferpunkte hat, so ist es bereits besiegt. Entsprechend viele Treffercounter werden aus dem Bereich entfernt, alle anderen bleiben weiter dort liegen. Nun ist die Angriffphase des Monsters und man vergleicht alle Counter unter "Defense" mit dem Angriffswert des Monsters. Sollte der Wert höher als die Anzahl der Counter sein, so nimmt der Charakter entsprechend viele Punkte Schaden. Es folgt die Nahkampfrunde und die grünen Schildcounter werden entfernt, die Treffercounter aber werden von "Defense" nach "Damage" verschoben. Nun wird erneut geschaut, ob die Treffer ausreichen, Monster zu töten.

Das System ist sehr logisch aufgebaut und lässt sich einfach handhaben. Die Fertigkeiten der Charaktere nehmen sinnvoll Einfluss auf diesen Kampfmechanismus, was sich auch darin äußert, dass sich die verschiedenen Charakterklassen spürbar anders spielen. Es stehen nämlich 16 verschiedene Charaktere zur Verfügung, acht pro Fraktion. Rassen und Klassen sind nicht beliebig mischbar, sondern sind so festgelegt, dass jeweils ein Männchen und ein Weibchen jeder Rasse in unterschiedlichen Klassen zur Verfügung stehen, zum Beispiel ein Untoten Hexenmeister, eine Orkschamanin oder ein Jäger der Tauren auf der Seite der Horde.

Wie bereits angedeutet ist das Spielmaterial mehr als umfangreich und hochwertig - World of Warcraft setzt hier tatsächlich neue Maßstäbe. Um den Umfang dieser Rezi nicht zu sprengen gehe ich nicht weiter auf Spielvarianten, Ereigniskarten, die verschiedenen Endgegner, Spieler gegen Spieler Kämpfe und viele viele weitere Details ein. Wie gesagt gibt es die Regeln ja im Netz. Ich möchte statt dessen auf ein paar Schattenseiten eingehen, die uns im Laufe der Testspiele aufgefallen sind.

Jede Fraktion spielt über weitere Strecken (und diese Strecken sind wirklich weit, dauert das Spiel doch zwischen drei und sechs Stunden) für sich und hat keine großen Ambitionen in die Machenschafften der anderen Seite einzugreifen. Auch muss immer eine Fraktion während der Runde der anderen warten. Zwar kann man sich die Zeit mit dem Studieren der Fertigkeiten und dem Planen der nächsten eigenen Runde vertreiben, es entstehen aber dennoch Leerlaufphasen. Dann ist das Material zwar schön, aber in manchen Details etwas unpraktisch. Die Treffer- und Schildcounter zum Beispiel hätten ruhig etwas größer sein dürfen oder noch besser auch in höheren Werten (5er Counter) hergestellt werden sollen.

Ebenso die Goldcounter, von denen es nur die Werte 1 und 3 gibt. Zumindest 5er, besser auch noch 10er wären sinnvoll gewesen. Und manche Plastikfiguren kann man schwer unterscheiden, zum Beispiel wie Worgen und die Gnolle. Aber insgesamt sind dies (außer der Leerlaufzeiten) nur Kleinigkeiten, die nicht wesentlich ins Gewicht fallen.

Wertung

Bewertung:  4 von 6 Punkten

Ich weiß nicht wie man das Computerspiel hätte besser in ein Brettspiel konvertieren sollen. Die Optik und der Flair wurden perfekt umgesetzt, die wesentlichen Bestandteile von PvP (Spieler gegen Spieler Kämpfe) über Questen und Sammelwut bis hin zur Chartakterentwicklung sind erkennbar vorhanden. Die Frage ist nur, ob man wirklich drei bis sechs Stunden gruppenweise abwechselnd Plastikfiguren bewegen möchte um Papierkarten zu sammeln und dann andere Plastikfuren zu bekämpfen. Viel Interaktion zwischen den Fraktionen gibt es nicht und objektiv betrachtet ist es auf die Spieldauer gesehen alles sehr stupide. Eine Antwort auf diese Frage bringt die Wertung. Denn in den unterschiedlich besetzten Testrunden meckerten die Spieler immer mal wieder über Monotonie und Spieldauer, vergaben am Ende aber dennoch sehr gute Noten. Auf meine Frage, wie dies zu erklären sei, bekam ich immer die gleiche Antwort: die Zeit vergeht wie im Fluge und das Spiel macht einfach Spaß! Nach einigen weiteren Spielrunden verbessern wir die Wertung, denn auch nach mehreren Runden macht "World of Warcraft" wirklich Spaß. Besonders das Spiel mit vier Spielern ist gelungen und die lästige Wartezeit zwischen den Zügen entfüllt.


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